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Ein dicker Fisch
«Vor
allem der Keller mit dem fränkischen Wein hat gelitten»
Im
Leitartikel hat es keinen Platz für Fangmeldungen. Drum wollen diese
Zeilen und dieses Bild denn auch etwas ganz anderes aussagen, als
dass einmal mehr ein Fischer einen dicken Fisch mit dünnem Nylon
gefangen hat. Hinter diesem Fang steckt mehr Geschichte; auch etwas
Lebensphilosophie und sie erinnert auch an Hemingways gute Story „Der
alte Mann und das Meer“.
Diese
Forelle wurde nicht etwa in fernen Fischgründen gefangen, nein,
sondern „bei uns zu Hause“. Das ist in diesem Falle die
fränkische Schweiz wo die Wiesent fliesst und zwar bei Muggendorf,
wo die Adele Würffel (mit 2 f!) ihre Pension seit Jahrzehnten
betreibt. Und seit Jahrzehnten ist dort auch Dr. Lothar Heft mit
seiner Gerda zu Gast. Er ist mittlerweile 83 Jahre alt.
Nachdem
er Ende Mai bei uns in Irland war und uns im Park für diese Saison
wieder mit den nötigen Instruktionen versah, kehrte er wieder nach
Bremen zurück, um die Fliegenrute zu packen und zur Adele zu fahren.
An seinem letzten Anglertag, am 18. Juni, ging er nochmals allein zum
Abendsprung und montierte eine Maifliege, die er „trocken“
servierte.
Eine
geschlagene Dreiviertelstunde dauerte der Drill – keine Hilfe weit
und breit – bis Lothar den Fisch mit seinem viel zu kleinen Kescher
ans Ufer brachte. Die Forelle mass exakt 69 cm und wog 4.350 g, also
fast zehn englische Pfund. Und das mit der leichten
Trockenfliegenrute, der 8 ½ Fuss langen HRH Signature Universal und
mit einer Stroft-Vorfachspitze mit nur 0,20 mm.

Der
Fisch des Lebens, sein Fisch des Lebens in diesem Alter. Es lohnt
sich also auszuharren, weiter zu machen, dem Fischen, dem
Fliegenfischen treu zu bleiben. In diesem Falle hat vor allem der
Keller mit dem fränkischen Wein gelitten, während der Fisch seiner
Bestimmung zugeführt wurde und eine grössere Tischrunde ernährte.
H.R. Hebeisen
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