Der Tiefkühler
Aus der PETRI NEWS 184-2014

Heidi Hebeisen 

Der Tiefkühler

«Sind die Brötchen in Schublade eins, sieben oder neun?»

Jeder kann sich vorstellen, dass man einen Tiefkühler Modell „Very Big“ braucht, wenn man auf einer Insel wohnt. Natürlich haben der HRH und seine Frau solch ein Modell; ganz wichtig, die Verwaltung hat der Chef . . . Der kühle Turm hat zehn grosse Schubladen damit die Ordnung nicht leidet, das ist ganz wichtig. Zu erwähnen ist auch noch, dass wir nie Fisch einfrieren. HRH’s Lachse werden geräuchert oder kommen frisch in die Küche, wenn’s ein kleiner ist.

Aber so ein Turm kann auch Probleme machen, vor allem wenn die Übersicht mit der Zeit verloren geht. Mein Verwalter hat nämlich die Angewohnheit Brot und Brötchen oder, sagen wir einfach alles was im Papiersack angeliefert wird, auch gleich damit einzufrieren. Sind also jetzt die Frühstückbrötchen in Schublade eins, sieben oder neun? Wo um Himmelswillen sind die Tortellini oder gar die selbstgemachte Gerstensuppe von der Frau? All die vielen Spezialsaucen für den Hirsch, den der Michael geschossen hat, will ich gar nicht erwähnen, da das grosse Tier selbst im zerlegten Zustand grosse Probleme macht. Neben den vielen Entenbrüsten von meinem Oberjäger braucht Herr Hirsch grad ein paar Schubladen.

Jedenfalls haben wir letzthin den Fasan vom Chef nicht gefunden, muss irgendwie unter die Papiersäcke oder die Brüste geraten sein. Kann aber gut sein, dass er unter den Jakobsmuscheln von John weiter friert. Gemüse gibt es bei uns frisch aus dem Garten das macht die Katja ja hervorragend, ansonsten bräuchten wir noch einige Schubladen mehr aber dann wäre die Decke zu niedrig und wir müssten einen Teil vom Haus umbauen . . .