Hechtgeschichte
Aus der PETRI NEWS 210-2017

Heidi Hebeisen 

Hechtgeschichte


Guten Tag Frau Heidi Hebeisen

Ihre Hechtgeschichte wirft eine Frage auf. Aber vorerst dies: jährlich beherberge ich in meiner Lodge am Lough CORRIB drei Unternehmer aus dem Zürcher Oberland, die sich erholen und deren Probleme sich meist sehr rasch relativieren. Ähnlich wie Ihr Ire in der “Hechtgeschichte” fahren sie nicht ohne eine Flasche “irisches Lebenswasser” zum Fischen raus. Die Abmachung lautet jeweils: wenn einer einen Fisch fängt, gibt’s für jeden einen Schluck aus der Pulle. Mangels Fischfang wurde die Regel geändert. Wenn einer einen Biss hat, gibt’s für jeden einen Schluck. Mangels “Bissen” wurde die Regel erneut geändert: wenn einer glaubt, er hätte einen Biss verspürt... usw. Jedenfalls entsorge ich regelmässig die leere Flasche.

Doch nun zu meiner Frage: an welchem irischen See wurde der erwähnte “Misthaufen-Hecht” von einem Meter zwanzig gefangen und wann war das? Ihre Antwort freut mich.

Mit den besten Grüssen
Heinz Stalder



Lieber Heinz Stalder

Offen zugegeben; die Begebenheit, welche mich zum Schreiben meiner Hechtstory veranlasste, ist nicht brandneu. Aber was ist denn in Irland überhaupt neu, ja brandneu? Ist es nicht gerade die stetig mystisch anmutende Geschichte, welche den Hauch des Lebens in diesem prachtvollen Land ausmacht? Gibt es sonst ein Land, in welchem einem Fischer, einer Fischerin, die Trolle, die man dort Lepricauns nennt, oder gar Feen, Fairys genannt, im Dunst des Nebels erscheinen können? Nein!

Auf unserem See ist dem Hadi, so nennen wir den HRH in Irland, sogar dem sagenhaften Fionn mac Cumhaill begegnet und der hat ihm seinen Fang weg genommen; zwei Forellen von gegen einem Meter und einen noch grösseren Lachs dazu! Er stieg ganz geknickt aus dem Boot und statt Truite mit einer Farce au Saumon gab’s halt dann Irish Stew zum Dinner. Wenn Sie mir das nicht glauben; bitte, Sie sind herzlich eingeladen mal mit uns hier zu fischen – dann glauben Sie alles! Besonders, wenn ich dann zwei Flaschen irisches Lebenswasser entsorgen muss.

Auch mit den besten Grüssen
Heidi Hebeisen aus Inver