Tomaten
Aus der PETRI NEWS 208-2017

James Fond 008

Tomaten

Sie sind heute (leider) wie Spargeln und Erdbeeren rund ums Jahr erhältlich. Entsprechend die Qualität. Jetzt, Ende August bis Ende September sind sie am besten – sofern sie denn aus einem Bauerngarten stammen, wo sie den ganzen Sommer über Zeit hatten, auf natürliche Art, zu reifen.

Doch diese beste Qualität kann man bei keinem einzigen Grossverteiler kaufen, sondern allein nur auf den Dorf-, Bauern- und sonstigen Märkten. Nie lohnt es sich mehr einen solchen Markt zu besuchen, als jetzt. Abgesehen davon, dass es nun dort auch die besten Äpfel, Birnen und andere Früchte gibt. Ein Apfel vom Bauern, frisch vom Baum gepflückt ist ein Riesenunterschied zu den Massenäpfeln beim Grossen. Und beim Fiechter auf dem Örliker Markt gibt es Wildvögel aller Arten.

In Sachen Tomaten ist ja mein Liebling die `Berner Rose´, welche leider heutzutage bereits im Mai aus der Hors Sol Produktion erhältlich ist, aber geschmacklich kein Vergleich zu denen, welche Sie jetzt vom Bauern kaufen. Einige kleine Tipps gebe ich Ihnen gerne.

Die reife Tomate in Scheiben schneiden und dann einfach ein paar Tropfen Zitrone drauf und wenig elegantes Olivenöl und etwas Salz. Herrlich. Besonders, wenn Sie meinen Geheimtipp beherzigen; Tomatenscheiben 5 Minuten im 70 °C heissen Ofen vorher ziehen lassen! Zum Grillsteak passen logisch „Tomatos con Cebollas“ wie wir sie in Mengen in Argentinien verdrückten. Mit Olivenöl, wenig Essig und viel frischen Zwiebeln. Meine Leibspeise im September sind immer „Tomaten mit Speck und Käse“. Einfach eine Pyrexform nehmen und dann immer eine Lage Tomatenscheiben, etwas Speckwürfel und feine Scheiben vom Emmentaler (Keine Scheibletten!) usw., bis die Form voll ist und immer entsprechend die Tomaten salzen und – ein Tipp bei Tomaten generell, weil sie enorm viel Säure haben, eine Prise Zucker dazu geben! Eine Stunde bei 200 °C im Ofen lassen. Zudem; Ein Gaspazo Rezept finden Sie überall – herrlich so eine kalte Tomatensuppe. Spaghetti (die dünnsten, die Sie bekommen) mit Pomodoros und Basilikum, wie einfach und wie fein. Tomaten kreuzweise fein einschneiden und dann weniger als eine Minute ins heisse Spaghetti-Wasser legen, mit einem Sieb rausnehmen, schälen und Schnitze schneiden, diese im Olivenöl heiss machen und so über die Pasta und zum Schluss noch viel frische Basilikumblätter drüber. Simpel und einfach wunderbar. Weintipp: Ein dunkler Lagrein aus dem Südtirol dazu, in frischer Temperatur serviert, passt auch zu jeglicher Charcuterie. Ich beziehe ihn vom absoluten Südtirol-Spezialisten: Der Lagrein von Rottensteiner und der noch etwas rundere Spigel, der neu Lareith genannt wird.
www.weinvogel.ch

Zur Bekömmlichkeit und der Gesundheit von Tomaten muss ich anfügen, dass, eben wegen des grossen Säuregehalts, man abends keine konsumieren sollte – wie übrigens auch keine andere Rohkost, welche samt und sonders zum Nachtessen ungesund sind. Vegetarier* hin, Veganer her. Das Stichwort Komposthaufen haben Sie schon von mir, sofern Sie auch in Sachen Essen und Trinken HRH lesen.

*Der Begriff kommt aus dem Indianischen und heisst, korrekt übersetzt: „Schlechter Jäger“.