Vom Blech, Gummi und Holz waschen
Aus der PETRI NEWS 213-2018

 H.R. Hebeisen

Vom Blech, Gummi und Holz waschen

Vor vielen Jahrzehnten unterteilte man die Fischer in zwei Kategorien: Wurmfischer und Spinnfischer. In beiden Kategorien gab es Erfolgreiche und Erfolglose. Wie halt auch im übrigen Leben.

Besonders bei den Blechfischern (teure Wobbler und Gummizeug aller Art gab es damals noch kaum) gab es absolute Spezialisten, so auch vom Swiss Casting Club z.B. Moritz Straub, und mein Vater gehörte auch dazu. Sie fingen einfach mehr Forellen als die anderen und zwar regelmässig. Ich durfte ihnen zuschauen. Und habe gesehen, dass sie schon etwas anders am Wasser standen, eher gebückte Haltung und voll gespannt, (s’Buggeli mache) sie wollten „hören“ wie der Löffel knapp über Grund spielt, „spüren“.

Die andere Sorte nannten sie Blechwäscher. Und solche sieht man auch heute noch am Wasser. Steckengerade Haltung. Spinnköder raus und dann an der Rolle drehen und drehen (und sie drehen heute noch) bis er wieder da war und dann einfach einmal mehr rauswerfen.

Da fängt es aber schon an; wohin? Um das zu wissen, muss ich doch erst das Wasser „lesen“ können! Und dann muss ich doch auch noch die geringe Gabe haben, mir vorzustellen, was mein Blech oder was auch immer darstellt, und dann nur noch die eine, die entscheidende Frage beantworten: „Wie bewegt sich dieses Original“? Wie?

Und wenn Du dann auch noch diese Frage nicht nur beantworten kannst, sondern mit entsprechendem (meist eben möglichst langsamem) Einholen das Original imitieren kannst; dann fängst Du Fische, zumindest mehr als die anderen. Versuchs mal.

H.R. Hebeisen