Grillzeit - Kokelzeit
Aus der PETRI NEWS 214-2018

James Fond 008

Grillzeit - Kokelzeit


Es ist Sommer und da kokeln sie wieder, auf dem Balkon, im Freien, am Fischwasser oder wo auch immer, es sind die Mannen nicht mehr zu halten. Als männlicher Nachfahre des Homo erectus sind sie überzeugt, dass die Schöpfung ihnen die perfekte Grilltechnik schon in die Wiege gelegt hat. Und der Weg zur absoluten Meisterschaft nur noch ein kurzer sei.

Ich meinem Kochbuch schrieb ich es schon; wenn Du einen der „gut“ kochen kann fragst, welches denn seine Spezialität sei und er antwortet mit „Grillieren“, dann weisst Du, dass er nicht (gut) kochen kann.

Da halten sie den Stecken mit der Wurst schon dann in den Brandherd, wenn die Flammen noch hoch lodern und futtern in Kürze, mit mehr oder weniger Wollust, die verbrannte Wurst, logisch innen noch roh. Aber kein Problem, mit genug Bier geht auch das runter. Besser noch, als die furztrockene, harte Hühnerbrust, welche auf dem Grill lag. Igitt. Merke allgemein; je höher Fettanteil am Bratgut ist, je geeigneter für den Grill.

Und vor allem immer; warten, warten, warten, so lange bis die Glut grau mit Asche bedeckt ist. Das erhöht nicht nur die Qualität des Grillgutes, sondern verlängert auch noch die doch so gemütliche Apéro-Zeit.

Und, übrigens, auch einige Gemüse, sowie auch Früchte, wie z.B. Äpfel und Birnen lassen sich gut grillieren. Erfreuen Frauen- und vor allem Kinderherzen, während der Capo ein doppelstöckiges Rib-Eye, also ein saftiges Hohrückensteak verputzt. Und, Merke 2; nie zu viel Wein ins kleine Glas füllen, fällt es am Flussufer um (was es pro Grillparty mindestens einmal tut) ist weniger ausgeschüttet.

Es sind, wie sonst auch im Leben, oft nur die Feinheiten, welche über mehr oder halt eben weniger Glück entscheiden.