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Aus der PETRI NEWS 237-2022

  Von Thomas Bucher

 

I've been looking for freedom...

...I've been looking so long... David Hasselhoff hat an Silvester 1989 die Berliner Mauer quasi im Alleingang eingerissen, in einer kitschigen, blinkenden Lederjacke auf einem Kran über der Mauer, hat er dieses Lied in ein Millionenpublikum geschmettert. Ich bin überzeugt, der Kohl und der Honecker hätten die Wende ohne ihn nicht hingekriegt. Dieser Mann ist ein Held, ein Frauenmagnet, ein Gott!!! Wie er damals als Knight Rider im K.I.T.T., mit seiner immer perfekt sitzenden Dauerwelle, etliche Male die Welt vor dem Untergang bewahrte. Ganz zu schweigen von den dutzenden schönen Frauen, die er als Rettungsschwimmer in Baywatch vor dem Ertrinken rettete. Unvergessen wie er im Vorspann, zu ehrlicher Rockmusik, seine Brusthaare spazieren führte.

Haare waren früher sowieso allgegenwärtig. Der Pornobalken in Magnums Gesicht, der Vokuhila von McGyver und, um genderneutral zu bleiben, natürlich die wallenden Mähnen der Damen in drei Engel für Charlie! Das war noch unschuldige Unterhaltung. Tausende Kugeln wurden abgefeuert, aber nie musste jemand sterben.

Bei den heutigen Serien komme ich nicht mehr mit. Ein Plot so kompliziert, dass man nach der Pilotfolge bereits den Überblick verloren hat. Mit Gesprächen, wo man Linguistik studiert haben muss, damit man folgen kann. Ausserdem müssen erst mal mindestens drei Hauptfiguren sterben, bevor die Serie richtig losgehen kann. Im Sinne vom heuten Zeitgeist ist natürlich auch der Look der Protagonisten im Fokus.

Der Nachfolger in der Neuauflage von Baywatch, Dwayne Johnson, kommt ganz ohne Haare aus. Weder auf dem Kopf noch auf der Brust. So wie es aussieht hat er sich auch die Arme und Beine rasiert. Und natürlich tätowiert muss er sein. Der Soundtrack ist gespickt mit Rappern die irgendwas über Bitches und heisse Öfen von sich geben. Was soll der Scheiss? Ich weiss, ausserhalb der Mauern der Traumfabrik Hollywood war die Welt auch früher kein Honigkuchen. Alain Delon wurde mal auf ein Bild angesprochen, das ihn mit einer schwarzen Frau in einem, und einer weissen Frau im anderen Arm zeigt. Seine Antwort war pragmatisch: Ich kann weisse Frauen lieben und ich kann schwarze Frauen lieben, und wenn ich will, kann ich auch beide gleichzeitig lieben! Habe ich da gerade #metoo gehört?

Heute läuft das etwas anders. Helene Fischer trennte sich von Florian Silbereisen und wurde kurz darauf schwanger von ihrem Neuen, einem Sixpack-Artisten (ohne Brusthaare) der sie seit Jahren auf ihren Tourneen begleitete. Ein Schelm wer Böses dabei denkt. Alles OK, wir sind im Guten auseinander gegangen und werden immer Freunde bleiben. Der arme Florian musste gute Miene zum bösen Spiel machen, ich bin mir aber sicher, er würde dem Neuen noch so gerne die Fresse polieren.

Ich wünsche mir die heile Welt der alten Serien zurück. Wo man wenigstens für eine Stunde das Gefühl bekam, ein A-Team oder das Trio mit vier Fäusten wird dann schon da sein, wenn alles den Bach runter geht. Mehr Brusthaare braucht die Welt!!!

  

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